• Jessica Mertel

Teil 2 - auf den Spuren der Wikinger

Aktualisiert: 3. Apr 2019


Das war wie früher, als man in die Disco wollte... hauptsache man war drin... was dann kam, war egal.

Nachdem wir nun an Bord gebracht und mit den üblichen Problemchen im Schlepptau (Schlange an der Rezeption und "Wo bitte geht's denn hier zur Toilette?") dann endlich zu unserer Kajüte geführt wurden, war der erste große Felsbrocken von unseren Schultern gefallen. Das war wie früher als man in die Disco wollte...hauptsache man war drin..was dann kam, war egal.


Zum Glück ist es mit Kind Pflicht, eine Außenkabine zu buchen, da diese Kabinen (ein My) größer sind und demnach Platz für ein Kinderreisebett bieten. Das allein ist aber nicht das Glück, sondern das Gefühl der "Freiheit", nach draußen sehen zu können und nicht nur 4 Wände um sich zu haben wie bei den Innenkabinen.

Wir hatten zwar nur eine Kabine in den unteren Etagen, aber das reichte, um Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sehen zu können.

Nachdem wir also unsere Behausung mit der Nummer 4170 wohnlich und familienfreundlich gestaltet hatten (Todesfällen entschärft), gingen wir auf Entdeckertour und schauten uns die vermeintlichen Wellness- und Erholungsmöglichkeiten des Schiffes an.


Dann war aber auch schon die Sicherheitsanweisung auf einem der Zwischendecks angesagt, wo wir lernten, wie wir im Notfall eine Rettungsweste anlegen können. Die Prinzessin fand das nicht so lustig, deswegen durften wir das dann auch abkürzen ;)

Nachdem wir die Restaurants und die Entertainmentebenen abgeklappert hatten, ging es zurück zur Kabine, um uns für das Abendessen vorzubereiten....und dann ging der Spaß erst richtig los:

berlincitymum ging noch kurz zur Rezeption und Papa und Kind warteten artig in der Kabine. 


Artig? Naja, das Bett war so wunderbar weich und lud quasi zum Hüpfen ein - dumm nur, dass das Kopfteil aus Holz war und die obere Kante beim Springen und anschließenden nach-vorne-Fallen perfekt mit der linken Augenbraue eines Kindergesichtes harmonierte. Ja, richtig, der erste Abend und wir haben ein Kind mit einem Cut über dem linken Auge...Erholung? Erstmal vertagt. Als Mami von der Rezeption kam, habe ich ihr durch die Tür erstmal zugerufen, dass sie nicht in Panik verfallen solle und alles schlimmer aussähe als es wirklich sei.

Haha, sagt das mal einer Mutter :)

Wir also zum Bordarzt (kaum 4 Stunden auf dem Schiff...oh man!).

"Das Opfer" fand das eigentlich gar nicht so schlimm und tat so als sei nichts, rannte laut brabbelnd durch das Wartezimmer..


Der ältere Herr Bordarzt begutachtete den Cut und beschloss, mit einem Gewebekleber das Unheil zu beseitigen. Jedoch kam er nicht im Ansatz dazu, da die Patienten dann doch den Ernst der Lage erkannte und lauthals schrie und lediglich die Arzthelferin (ich hoffe sie war eine) in ihre Nähe ließ.

Als es jedoch um das Kleben und Halten (bis der Kleber hielt) ging, war alles vorbei...wir mussten mit aller Kraft die kleine Maus festhalten, damit das sauber und richtig gemacht werden konnte.

Ach, das blutet einem das Herz.

Aber nachdem die 30 Sekunden (!!) geschafft waren, war die Aufregung auch schon vorbei.


Und soll ich euch mal etwas sagen? Wir beide hatten eigentlich gar nicht so viele Sorgen wegen der Verletzung an sich. Dass das heilen würde, war ja klar. Sondern eher ob dieser kleine Cut eine Narbe hinterlässt, die sie ihr Leben lang begleiten würde...Verrückt...

Frisch geklebt ging es abends in Restaurant und die erste Entenkeule, die auf dem Teller landete, wurde aber sowas von zernagt..da hat das Brüllen beim Arzt anscheinend ganz schön Hunger gemacht :) 

Am nächsten Tag stand Oslo auf dem Plan.

Nach dem ausgiebigen Frühstück mit Eiern und Speck gingen wir bei strahlendem Sonnenschein von Bord und verbrachten den Tag kulturell im Wikingermuseum und im Frammuseum, liefen durch die Innenstadt und genossen heiße Schokolade in der Oktobersonne!


Mit etwas mehr Zeit kann man hier im Tusenfryd, Norwegens größtem Freizeitpark, viel Zeit verbringen und Spaß haben. Oder auch in der Oper oder im Holmenkollen, dem ältesten Skimuseum der Welt.

Das heißt, Oslo wir kommen wieder! Mit mehr Zeit.

Am frühen Abend stachen wir wieder in See...im Gepäck eine Wikinger-Quietscheente und einen Stoff-Elch mit Norwegenpullover an.

Bergen war das Ziel für den nächsten Tag.

Ich muss sagen ich war schon früher oft in Norwegen im Urlaub mit meinen Eltern und ich war auch schon in Bergen. Und schon damals sagte man, dass es in Bergen immerzu regnen würde.


Und siehe da, es regnete :)

Voller Tatendrang ließen wir uns davon nicht aufhalten und entschieden, mit der Fløibanen, der einzigen Standseilbahn Norwegens, exakt 302 Höhenmeter zu überwinden und das in nur knapp 8 Minuten. Toll! Und der Ausblick von oben soll FANTASTISCH sein! - Wenn es nicht regnet und der Nebel die komplette Sicht zunichte macht..!


Nun gut, der Weg ist das Ziel, also wieder runter und durch die verregneten Gassen des Hanseviertels Bryggen flanieren. Vorbei an den Trollen, die uns freundlich gesinnt waren und den Rentieren, die mit uns (eher unfreiwillig) für Fotos posierten. Die Marienkirche in Stølen, auch ein Highlight Bergen, lag günstig auf dem Weg zurück zum Hafen.

Dann war das ja noch der berühmte Fischmarkt - zum Glück überdacht! Hier haben wir uns mit Kaviar eingedeckt, was unter anderem als "Mitbringsel" für die Lieben zuhause gedacht war.

Man kann in Bergen mit etwas mehr Zeit natürlich noch so viel mehr sehen und erleben. Von Gletschertouren, der Bergensbanen, die Oslo und Bergen in nur 7 Stunden auf einer landschaftlich faszinierenden Route verbindet oder auch lokale Museen. Für jedes Herz gibt es genug zu erleben.

Bevor wir nun gemeinsam zurück zum Schiff gehen noch eine kleine Randnotiz:

Wer eine hohe Affinität zum Internet besitzt, der muss auf einer Kreuzfahrt dafür viel bezahlen.


Fischmarkt in Bergen

Denn das Netz auf der offenen See ist selten gut und die Datenpakete auf dem Schiff sind außergewöhnlich teuer (40 Euro für 500 MB!), so dass man an den Ankerplätzen dann sein Roaming nutzen muss bzw. auf freies WLAN angewiesen ist. So auch in Bergen oberhalb des Fischmarktes, wo das Touristenzentrum freies WLAN anbietet.

Doch nun zurück zum Schiff und auf zum Abendessen...

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