• Jessica Mertel

Paris - ein Silvester-Abenteuer in der Stadt der Liebe... Teil 2

Aktualisiert: 3. Apr 2019


Anzeige I unbezahlte Partnerschaft


Berlincitydad erzählt:

...Da standen wir nun. Glücklicherweise im Zug noch schnell die App von der Pariser Metro heruntergeladen und somit des Wissen bereichert, dass es zunächst die Metro Linie 4 zum Arc de Triumphe sein sollte.


Der Pariser Eiffelturm bei Sonnenuntergang

Nachdem wir uns ein 5 Tages-Ticket gekauft hatten, fiel uns das erste von vielen Hindernissen in der Pariser Metro auf. Durch die normalen Personenschleusen passte unser Tavo nicht hindurch. Zum Glück gibt es ja an der Seite die etwas breiteren Durchlässe, für Rollstuhlfahrer und eben Kindergefährtfahrer. Nur, dass sich niemand dafür interessiert. Nachdem wir nun dort einige Momente verloren standen, ohne dass uns jemand bemerkte, kam ein netter junger Franzose der mit seiner Monatskarte uns diese Tür öffnete, denn mit unseren Tickets ließ sich diese Tür nicht öffnen. Nun ging es in den Tunnel Richtung U-Bahn-Linie 4.


Als der erste Treppenabsatz uns schon die Schweißperlen auf die Stirn trieb (wir hatten ja schließlich einen großen Reisekoffer, einen Trolley und den Tavo, mit Kind darin, dabei. Das war aber mitnichten der einzige Treppenabsatz, der zu einem vermeintlichen Fahrstuhl führte.

Nein, es war nur der erste Treppenabsatz von weiteren fünf und jeder Treppenabsatz umfasste etwa 15-30 Stufen. Mir schwante übles. Als wir nun endlich am Bahnsteig angekommen waren sollte uns leider noch keine Entspannung vergönnt sein.

Die U-Bahn ließ zwar nicht lange auf sich warten war, aber leider war sie brechend voll (das Wortspiel sollte später noch von Bedeutung sein). Aber das konnte uns nun auch nicht mehr aus dem Konzept bringen.

Also rein da. Nun wussten wir ja dank der App dass wir am Triumphbogen umsteigen mussten zur Linie zwei. In der Hoffnung, dass die U-Bahn Station am Gare de L’Est möglicherweise etwas antiquiert ist, sollten wir leider erneut mit Hochleistungs-Treppensteigen konfrontiert werden. Nur war es dieses Mal die doppelte Anzahl an Treppenabsätzen und Stufen. Denn schließlich müssten wir ja erst wieder hinauf zur Oberfläche, um schließlich erneut hinabzusteigen.

Zum Glück war das die Letzte Strecke zum Hotel. Mein Gott, war ich erleichtert als wir endlich beim Concierge am Desk standen.

Im Hotel lief glücklicherweise alles glatt. Wir fuhren also mit dem Fahrstuhl (!!) hinauf bis unter das Dach. Dort angekommen waren wir von unserer Unterkunft, die uns die nächsten Tage bis in das neue Jahr eine Heimat sein sollte, sehr begeistert.

Ob wir uns die nächsten Tage jedoch mit der U-Bahn oder zu Fuß fortbewegen wollten das wussten wir noch nicht. Denn der Gedanke daran, den Buggy erneute über allerhand Treppen zu schleppen, ließ uns alle Muskeln schmerzen. Andererseits wollten wir natürlich auch unseren super praktischen und extrem bequemen fahrbaren Untersatz für unsere Tochter nicht missen, wenn wir zu lange Touren quer durch Paris aufbrechen würden.


Nachdem wir uns etwas regeneriert hatten ging es also los. Unser Ziel für diesen angebrochenen Nachmittag sollte ein entspannender Spaziergang Über die Champs-Elysée werden.

Dort angekommen, klagte unser kleiner Schatz jedoch über leichte Bauchschmerzen.

In der Annahme, dass es sich hierbei um das ominöse Hungergefühl handeln könnte (Kinder können sowas ja manchmal nicht zuordnen) wollten wir einen schnellen Snack in einem US- Amerikanischen Restaurant zu uns nehmen. Die Portion Pommes Frites und zwei Bissen vom Hamburger gingen auch runter wie Öl.

Nur leider waren die Bauchschmerzen auch im Anschluss noch vorhanden und wurden sogar noch schlimmer. In der erneuten Annahme, dass es sich vielleicht um eine Gasansammlung handeln könnte, suchten wir eine Apotheke auf, um etwas Gas lösen das zu erwerben.

Leider sind die in Deutschland gängigen Präparate in Frankreich nicht so ... gängig.

Aber wir bekamen etwas anderes (ein Pulver), das in etwas Wasser aufgelöst getrunken werden musste. Das war schon eine kleine Hängepartie, schmeckte das Gesöff doch nicht wirklich nach Einhorn...aber mit viel Überredungskunst ging es dann doch. Wir verließen also wieder das Etablissement in der Hoffnung, dass das Medikament schnell anschlagen würde.

Denkste! Keine 50 m weiter steigerten sich die Bauchschmerzen erneut.

Um es auf den Punkt zu bringen... Der arme Schatz war ja mittlerweile auf meinem Arm... und brachte ohne Vorankündigung (ich kenne die pumpende Bewegung des Bauches ja von Tieren, bevor sie sich übergeben) einen Strahl an Flüssigkeit mit einem schwer differenzierbaren Gemisch aus Pommes Frites gepaart mit dem Getränk aus der Apotheke hervor.

Der Strahl streifte glücklicherweise nur marginal die meisten meiner Kleidungsstücke und traf ungebremst auf den Asphalt. Auch wenn ich das in der Situation nicht bemerkt habe, aber die Berlincitymum erzählte mir in Nachhinein, dass der Strahl wohl nur knapp ein vor uns laufendes Pärchen verfehlte, welches das Unglück sehr französisch mit "mon dieu!" kommentierte. Glück im Unglück. Aber das war noch nicht alles.

Ein in der Nähe stehender Baum bekam ebenso wie der Asphalt noch ein - allerdings kleineres - Geschenk ab. Nun, wie das ja manchmal so ist, will der Körper einfach etwas loswerden, womit er nicht so ganz einverstanden ist.

Denn glücklicherweise verschwanden die Bauchschmerzen beinahe von einer auf die andere Sekunde. Im Zuge der Situation wünschte sich der Patient aber für den Abend eine Wärmflasche. Nun ja, das steht man auf der Champs-Elysée und war ja zuletzt in einer Apotheke, also ist die naheliegende Quelle für eine Wärmflasche schnell ausgemacht. Auf zur nächsten Apotheke!

Diese war etwas kleiner und es war kein Mensch außer uns drin. Das hätte uns zu denken geben sollen. Denn die einzige Wärmflasche, die es dort gab, schlug mit 32 Euro zu Buche...ja genau, zweiunddreißig!!

Flauschig ist sie und hat einen Stern aus Pailletten auf einer Seite...aber die waren nicht aus Gold. Nun ja, alles für die Gesundheit (da ist ja nichts zu teuer!) und für das Kind, denn die Wärmflasche ist und bleibt der Hit.

Die Wärmflasche brauchten wir im Urlaub natürlich nicht mehr, das sollten wohl allen klar sein! Aber wenigstens der Kleinen ging es wieder gut!


So, für den nächsten Tag hatten wir uns auf Disneyland eingeschossen, skeptisch ob der 3 Grad Außentemperatur, aber auch in der Hoffnung, dass es vielleicht nicht ganz so voll sein sollte wie einen Tag später - am Tag vor Silvester. Ha Ha Ha Ha Ha...ich glaube zwischen Weihnachten und Silvester macht es keinen Unterschied an welchem Tag man dort hingeht...

Aber wenigstens ließen wir uns nicht von den pauschalen Transferangeboten auf der parkeigenen Homepage drängen und beschlossen, den Tag gemütlich in unserem Tempo zu starten und dann entspannt mit dem RER am Mittag hinzufahren. Das klappte prima und schon waren wir eine Stunde später und mit kaum Wartezeit an der Kasse im DISNEYLAND Paris!


In Alices Labyrinth im Disneyland Paris

Da schloss für mich einen kleiner Kreis, denn ich wünschte mit damals vor 26 Jahren nichts mehr, als dorthin zu fahren.

Und als das dann zwei Jahre später zur Debatte stand, wollte ich nicht mehr. Teenager eben!

Aber dennoch hat es mich nicht losgelassen. Nun standen wir da - mit eigenem Kind und die Augen aller waren groß und mit freudigem Glanz erfüllt. Unsere Tochter sprach ja seit Tagen von nichts anderem mehr.

[Notiz am Rande: ich würde im Nachhinein empfehlen, nicht mit 4-jährigen dorthin zu fahren - die Erlebnisse und deren Wahrnehmung sind doch zu komplex.]


Auf ins Abenteuer im Disneyland Paris

Das schöne an der Jahreszeit war natürlich die festliche Dekoration - CHRISTMAS everywhere. Traumhaft und schön. Nur eben voll. Sehr voll.


Menschen über Menschen bei der Disney-Parade

Es müssen alle Menschen dieser Welt gewesen sein, denn noch voller hätte es nicht sein können. Der Park an sich außerhalb der Attraktionen war natürlich durch die Masse der Menschen überlaufen, jedoch konnte man sich relativ ungehindert fortbewegen.

Nur die Wartezeiten an den einzelnen Attraktionen waren unterirdisch. Jaja, sagen sicher manche, das weiß man ja vorher und außerdem steht das auch in der App, die kostenfrei im AppStore zu laden ist. Aber das vor Ort zu erleben, ist nochmal eine Enttäuschungsstufe höher.

120 Minuten in der Kälte in einer Schlange warten, um Peter Pans Flug zu erleben.

Oder 100 Minuten, um mit Mickey Maus eine gemeinsames Foto zu schießen. Nicht umsetzbar! Auch die mittleren Wartezeiten zwischen 45 und 80 Minuten sind nicht annehmbar - weder mit Kind noch bei Temperaturen knapp über 0 Grad.

Ein wenig haben wir uns dann natürlich geärgert, sollte es doch laut Wettervorhersage am folgenden Tag schon 8 Grad Außentemperatur haben. Das hätte zumindest das Kälteproblem gelöst.Nichtsdestotrotz haben wir 8 Stunden dort verbracht und neben dem verrückten Labyrinth von Alice im Wunderland, einer lustigen Zugfahrt, eine Bootstour und einem Aufstieg in eine Baumhaus auch die weihnachtliche Disneyparade auf der Maine Street erlebt und die allabendliche Erleuchtung des Weihnachtsbaumes in vollen Zügen (und auf vollen Straßen) genossen.

Für die, die einen Besuch dorthin planen oder auch schon dort waren und vielleicht einen FastPass gebucht hatten. Ja, es gibt die Möglichkeit, bei 3 oder 6 Attraktionen eine verkürzte Wartezeit zu kaufen. Diese ist relativ preisintensiv und ermöglicht den Einlass in die Attraktionen seiner Wahl allerdings nur zu ganz fest definierten Uhrzeiten. Also ein straff organisiertes Programm ist nötig.

An machen Ecken gibt es öffentliche Events, bei denen man aber auch etwa 20-30 Minuten vorher da sein sollte, da sonst die beste Sicht auf die Bühne nicht mehr möglich ist.

Dank der App hat man immer einen echt guten Überblick, wo was ist und wie lange man warten muss.


Im Disneyschloss

Der Park ist zum Glück auch echt nicht groß, so dass zu Fuß alles recht schnell erreichbar ist. Die Bahn, die im Kreis um den Park fährt und als Schnellreisefunktion dient, war leider in Wartung und demnach nicht verfügbar. War aber nicht schlimm.

Zu erwähnen sei noch die ausgiebige Shoppingmöglichkeit, denn das Merchandising nimmt auf der Maine Street einen großen Stellenwert ein. Und auch wir haben uns natürlich mit Tassen eingedeckt :)

Fazit: der weihnachtliche Charakter ist natürlich prima, aber wenn man im Internet Bilder von Besuchern sieht zu anderen Jahreszeiten, auf denen es teilweise geisterhaft leer ist, dann ist die Nebensaison sicher auch keine schlechte Wahl.


Tipp: die Kosten sind außerhalb der Hochkonjunktur nochmal 30 Prozent weniger und vielleicht ist dann auch eine Übernachtung im Hotel direkt am Park noch drin. Denn zwischen 08 Uhr und 09.30 Uhr haben Hotelgäste den Park erstmal für sich alleine!

Ein tolles Erlebnis für jung und alt!


Ach ja, wir sind ohne Buggy, unseren Tavo von Nuna dort angereist, da wir nicht sicher waren, ob man denn den Buggy an den einzelnen Fahrgeschäften sicher unterbringen kann. Und tatsächlich stehen die Kinderwagen dann dort einfach nur rum - ungesichert. Für eine Schloss muss jeder selbst sorgen.


Noch eine Notiz: also in der Weihnachtszeit ist das allabendliche Feuerwerk erst um 22 Uhr, also echt spät.

So lange haben wir das nicht ausgehalten. Aber das ist bestimmt auch sehenswert...


Nächste Woche geht es weiter mit unserem letzten Teil unserer Reise - denn Silvester stand vor der Tür! Seid gespannt, wir freuen uns, wenn ihr wieder dabei seid.

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