• Jessica Mertel

Nicht nur für Superhelden - Nachhaltigkeit neu gedacht!

Aktualisiert: 3. Apr 2019


Glückliches Rind

[Anzeige I da Namensnennung]

Irgendwie fing alles mit Yoga und Pilates an.

Das war eine Welle, ein neuer Trend, ein Hype... es war plötzlich da war.

Wie ein Tsunami. Förmlich aus dem Nichts.

Gestern noch unbekannt, ein Tag später plötzlich in aller Munde.

Und Hand aufs Herz: wer hat noch nicht den herabschauenden Hund, die Kobra oder den Baum mit oder ohne Anleitung in den heimischen vier Wänden oder im szenigen Yoga-Studio um die Ecke performt?

Aber mir geht es nicht um Yoga oder Pilates oder Meditation.

Vor einigen Jahren hörte ich das erste Mal den Begriff Achtsamkeit oder auch Achtsamkeit im digitalen Zeitalter - um den Bezug zur Neuzeit darzustellen.

Hörte sich super an und dahinter verbarg sich schon damals eine Qualität des menschlichen Bewusstseins, also nicht anderes als eine besondere Form von Aufmerksamkeit.

Zur Achtsamkeit gehört zum Beispiel auch Konsumverzicht. Ein sehr interessantes Thema im Angesicht der monetären und von Besitzdenken geprägten Gesellschaft.

Ich will hier gar nicht über Achtsamkeit im Allgemeinen sprechen oder Konsumverzicht sprechen (dazu später mehr), sondern eher auf ein spezielles Thema eingehen. Nachhaltigkeit!

Denn – wir waren vor kurzen auf einer Verbrauchermesse unterwegs, dem sogenannten Heldenmarkt. Klein, aber fein und dennoch Deutschlands führende Verbrauchermesse für nachhaltigen Konsum. Fern von Mainstream (ja, tatsächlich) und konventionellem Überangebot (auch korrekt) konnten wir uns dort ein Bild machen zu nachhaltigeren Alternativen aus nahezu allen Lebensbereichen.

Ob Lebensmittel, Mode, Kosmetik oder Mobilität – Alternativen so weit das Auge reicht. Für uns bestand der Zweck des Besuches aus Informieren, Einkaufen und Erleben.

Keine Angst, hier folgt jetzt keine langweilige, monoton Auflistung der Austeller und deren Produkte.

Wer will, kann sich das im Internet und www. Heldenmarkt.de selbst anschauen.

Die haben wir nicht einmal alle gesehen, da es uns hier nur um einen Überblick ging bzw. wir auch nicht alle Ideen und Gedankengänge teilen, nur weil Nachhaltigkeit draufsteht oder drin ist.

Zudem hatten wir ja einen kleinen Wirbelwind dabei, für den langsames Standhopping nicht zur liebsten Wochenendbeschäftigung gehört.

Mir ging es eher darum, ob es gerade etwas gibt im Zusammenhang mit Tieren und dem Thema Nachhaltigkeit. Ihr wisst ja ... Tierarzt!

Nur ein paar Meter weit gekommen stießen wir schon an einen Stand, der dank einer großen schwarzen Kuh kaum zu übersehen war – gedruckt auf Poster, Flyer und Prospekte. Auf dem Tresen ein großer Teller mit lecker aussehender Salami. Und die sah nicht nur lecker aus, die schmeckte auch so.

Ich esse in der Regel keine Salami, da ich kein großer Fan von Schweinefleisch (aus der Massentierhaltung) bin.

Aber das war ja erstens Rind und zweitens – hey – sind wir auf einer Nachhaltigkeitsmesse. Wenn das Essen hier nicht hochwertig ist, wo dann?

Ein paar Scheiben Salami später, kamen wir mit der Herrin des Hauses, äh Standes in Gespräch und sprachen über das Konzept hinter ihrem Messeauftritt. Und dieses hat mir so gut gefallen bzw. mich tatsächlich begeistert, dass ich das als Aushängeschild des heutigen Beitrages gewählt habe.

Die „Schwarze Kuh – Richtig gutes Fleisch von der Havelländer Weide“.

Richtig gut ist immer gut. Aber worum geht es:

Die Schwarze Kuh ist ein Familienbetrieb, der sich mit der Haltung und Schlachtung von Angus Rindern eine Zukunft auf dem Land aufbaut.

Hier wird das Noose-to-Tail-Konzept gelebt und das Bewusstsein für das ganze Tier wieder geweckt.

Die Verantwortung gegenüber dem Tier, ein stressfreier Transport und eine stressfreie Schlachtung stehen im Vordergrund.

Es werden jeden Monat ein bis zwei Angus-Rinder geschlachtet und diese dann wenige Tage nach der Schlachtung in einem Onlineshop angeboten.

Getreu dem Motto: „Wenn weg, dann weg!“

Somit kann gewährleistet werden, dass die Verwertung des Tieres in optimaler Weise geschieht.

Das alleine hört sich für mich schon sehr gut an.

Doch was mich richtig geflasht hat, ist das Rinderleasing! Ja, richtig gelesen, LEASING! Wer jetzt an Mobilität denkt und daran, auf Hörnern einmal um die Dorfkirche zu cruisen, der irrt sich.

Es geht darum, mit einer Gruppe von Freunden, Familie oder Bekannten eine Patenschaft für ein (frischgeborenes) Kalb zu übernehmen, dessen Aufzucht (und Fütterung) dann bis zur Schlachtung mitbestimmt werden kann und nach der Schlachtung wird das Fleisch dann entsprechend der Wünsche aufgeteilt.

Mehr Effizienz und Bewusstsein geht nicht!

Natürlich stellt für einige die emotionale Bindung eine Hürde (zur Schlachtung) dar, aber in weit man sich einbringt in die Aufzucht, das bleibt ja jedem selbst überlassen. Ein tolles Konzept, das definitiv nachhaltig ist und zur artgerechten Haltung von Rindern beiträgt.

Man kann sich das Geschehen vor Ort übrigens auch aus der Nähe anschauen und eine Termin vereinbaren.

Das werden wir im Frühjahr auch tun und dann – vielleicht mit einem kleinen Interview – einen detaillierteren Blogbeitrag verfassen.

Anmerkung: Natürlich spreche ich hier nur die Leser an, die Fleisch konsumieren. Ich möchte mit der Begeisterung weder vegetarischen noch veganen Ernährungskonzepten zu nah treten und lediglich die Effizienz und Nachhaltigkeit IN der Tierzucht hervorheben.

Ob Tiere generell gegessen werden sollten, das möchte ich in diesem Artikel nicht behandeln.

Mein Fazit:

Auf der einen Seite ist Nachhaltigkeit super - in jeder Lebenslage. Sie schont und schützt in der Regel Ressourcen, Gesundheit und auch Kosten – etwa durch effizientere Arbeitsschritte oder höhere Qualität der Produkte.

Auf der anderen Seite entlastet die Nachhaltig nicht die Forderung nach Konsum – Konsum der nachhaltig produzierten Waren. Denn hinter den Produkten stehen auch Menschen, die aufgrund der Nachhaltigkeit höhere Investitionen tätigen mussten. Und diese ...naja, muss der Konsument ja irgendwie wieder ausgleichen.

Passt der Konsum nachhaltig produzierter Produkte dann überhaupt noch zum Thema Achtsamkeit, die Konsumverzicht propagiert, um nicht nur durch ein volleres Portemonnaie, sondern auch durch Fokussierung auf die elementaren, wichtigen Dinge, mehr Zufriedenheit und Glück zu erlangen.

Meine Antwort ist: „Ja,“ denn die Zufriedenheit und das Glück kann auch darin liegen, dass das konsumierte Produkt eben die Umwelt entlastet bzw. Tiere oder Menschen besser stellt. Weniger ist mehr...oder um diesen Artikel mit einem Lächeln zu schließen:

Zitat: „ Also mein Lieblingswasser kommt aus Japan“ ...


Autor: berlincitydad

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