• Jessica Mertel

„Man ist nie zu alt um mit dem Sparen anzufangen...“



Oft habe ich diesen Satz von den unterschiedlichsten Menschen gehört – dabei brav genickt und doch hat mich dieser Ratschlag nie tief im Herzen berührt.

In meinen 20ern war ich viel zu sehr mit mir selbst und den Verheißungen der bunten, lauten Welt beschäftigt. Was am Ende des Monats auf mein Bankkonto ging wurde gewissenlich und ohne groß darüber nachzudenken auf den Kopf gehauen, zumindest das, was nach Miet- Strom und Warmwasserzahlungen noch so übrig blieb. War damals ja auch nicht viel. Wo sollte man da noch sparen. Das wirkte spießig auf mich, so gar nicht cosmopolitisch, so gar nicht jung und hip. Wie falsch ich doch lag...

Manchmal kommt die Erkenntnis nie, manchmal kommt sie zu spät und manchmal so gerade kurz vor zwölf – bei mir ist ein Glück das „allerletzte-Eisenbahn-Szenario“ eingetreten und ich denke (und hoffe) das „Sparrad“ ein wenig zurückgedreht zu haben. Vielleicht dramatisiere ich das Ganze jetzt... aber Mädels: wir müssen für uns vorsorgen!


Es ist absolut unsere Pflicht, für uns selbst das Beste zu wollen. Und dazu gehört nun mal, meiner Meinung nach, eine gute Altersvorsorge. Nur die kann man mittlerweile und bei unserer Generation der 30 bis 40 Jährigen nicht mehr als selbstverständlich erachten – zumindest nicht die staatliche. Aber sehr wohl die private. Denn da haben wir die Gewalt über unsere Finanzen.

Es gibt eine Vielzahl von Anlagemöglichkeiten und viele haben mir nicht zugesagt, waren zu kompliziert oder zu unsicher. Ich suchte und überlegte... bis mir die drei magischen Buchstaben über den Weg liefen: E – T – F.


Schon mal gehört? Nein? Dann spitzt mal die Ohren Mädels:

Ein ETF (engl.: „Exchange Traded Fund”) ist nichts anderes als ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbildet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt. ETFs ermöglichen es, mit einem Wertpapier kostengünstig in ganze Märkte zu investieren.

Klasse, oder?


Da ich aber in meinem Leben wohl kaum unter die „Trader“ gehen werde oder jeden Tag an der Börse kaufen und / oder verkaufen werde (ich habe ja noch zwei Vollzeit-Jobs (im Verlag und als Mutter), einen Mann, einen Blog und einen oft sehr zeitintensiven Haushalt, der nie zufrieden zu stellen ist) ist für mich nur ein ETF-Sparplan möglich und auch die beste Lösung.


Ein ETF Sparplan funktioniert, einmal bei einem Broker aktiviert, automatisiert per z.B. monatlichem „re“-invest. Hier können schon kleine Spar-Beträge über die Jahre zu einem enormen Vermögen führen. Das Geheimnis bei ETFs ist nämlich die gute Rendite – wenn die Anlageperiode lang genug ist! Darum geht es nämlich. Um Kursschwankungen bei Aktien, Anleihen und co. aufzufangen und auszugleichen bietet sich ein Anlagezeitraum von mindestens zehn oder besser noch fünfzehn Jahren an.

Und damit das ganze einmal ein wenig anschaulicher für euch wird, hier ein Rechenbeispiel (und mein liebstes Wort ist aktuell „Renditerendite“ ;)):

Nehmen wir einmal an, wir haben ein erspartes Eigenkapital von 5.000.-€. Das legen wir in unser Depot und zahlen zusätzliche 25 Jahre 150.-€ in ein Aktienfond und 150.-€ in (Staats-)Anleihen ein. Jeden Monat mit einer jährlichen Steigerung der Anlagensumme um 0,5%. Wir kneifen nicht und ziehen das eiskalt durch.


Dann kommen wir bei... knapp 240.000.-€ raus (bei einer soliden Rendite von 6% (ja, das ist bei ETFs möglich)! Das sollte für einen entspannteren Ruhestand ausreichen und vielleicht sogar ermöglichen, früher in Rente zu gehen. Oder sich Träume zu verwirklichen wie ein Eigenheim (aktuell kann man natürlich nicht wissen, wohin sich der Immobilienmarkt entwickelt) oder eine Weltreise oder was auch immer... genug Geld sollte da sein.


Und wenn wir kein Eigenkapital haben? Und auch weniger einzahlen können pro Monat? Nun, bei z.B. 150.-€ monatlichen Sparraten sind wir nach 25 Jahren ohne Steigerung der Raten um 0,5% (also bei gleichbleibendem Satz) bei... 209.000.-€.


So oder so: das macht richtig Spaß ab einem gewissen Punkt.

Ich weiß ja nicht, wie das bei euch ist: aber bisher habe ich monatlich eine recht hohe Summe ohne jegliche Zinsen auf mein Tagesgeldkonto gepackt. Schön blöd. Wie hoch sind denn bei euch die Zinsen bei eurer Bank? Für euer Tagesgeld? Oder euer Sparbuch? Macht euch doch einmal schlau diesbezüglich – mir hat das definitiv die Augen geöffnet – denn sind wir mal ehrlich: mit unserem hart verdienten Geld kommen wir bei unserer Hausbank nicht weit. Schön für das Girokonto... aber sparen?


Ich spreche hier als absolute Laie – genau wie ihr wahrscheinlich. Aber auch wir als Laien können und sollten proaktiv etwas für unsere Finanzen tun und uns informieren!

Man sollte sich öfter einmal fragen, ob der Coffe-to-go jetzt wirklich notwendig ist oder ob der zehnte grau-melierte Pullover zum Seelenfrieden beiträgt... vielleicht macht uns ein gut durchdachtes Spar-Konzept viel glücklicher. Denn sparen kann wirklich Spaß machen...


Nach kurzer Zeit schon sollte sich ein anständiger Vermögens-Puffer bei euch angesammelt haben – und das macht alles einfacher! Sei es, ihr müsst eine Arbeitslosigkeit überbrücken (keine Angst: ihr könnt euren ETF Sparplan auch unterbrechen / aussetzen auf unbestimmte Zeit), euer Auto hat den Geist aufgegeben und ein neues muss her oder eine größere Reparatur steht an oder ihr wollt einmal ohne Bedenken und Sorgen reisen... mit einem kleinen Vermögen ist das alles realisierbar.


Nichts ist, in meinen Augen, beängstigender und besorgniserregender, als keine Sicherheit zu haben... Wie seht ihr das?

Es interessiert mich wirklich brennend, was ihr für eure Altersvorsorge tut! ETFs sind natürlich nicht die einzige Anlage- bzw. Sparstrategie, aber für mich auf jeden Fall die beste.


Schreibt gerne unten in den Kommentaren, ob ihr schon Erfahrungen mit ETFs gemacht habt. Was sind eurer Meinung nach die Pros? Was die Contras? Legt ihr anders an? Oder habt ihr euch noch gar nicht so recht Gedanken gemacht zu Anlageformen?

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