• Jessica Mertel

Ein Tag an der "bridge of spies"

Aktualisiert: 3. Apr 2019

Am Tag der deutschen Einheit wollten wir uns einmal fernab von den Touristenspots an diese dunkle, aber auch besondere und geschichtsträchtige Zeit erinnern, die der Auftakt war zu dem Leben, welches wir heute führen dürfen. In Freiheit und Einheit - ohne Angst oder Abschiede, ohne Trennung und all den Möglichkeiten, die wir heute für so selbstverständlich halten.


Die Glienicker Brücke verbindet Berlin und Potsdam und war legendärer Schauplatz während des Kalten Krieges. Über die Brücke tauschten die USA und die Sowjetunion Spione aus (da denkt ihr vllt. gleich an den besagten Film ;))

Die malerische Qualität der Gegend erkannten schon die preußischen Herrscher, die das Havelufer zum Park rund um das Schloss Klein-Glienicke kultivierten. Kurz vor der Brücke ist an der Königstraße die erste Gartenbauarbeit von Peter Joseph Lenné (1816) zu bewundern. Die existierenden Gebäude ließ Prinz Carl von Preußen 1824–60 durch Karl Friedrich Schinkel, Ludwig Persius und Ferdinand v. Arnim kunstvoll umbauen und mediterran gestalten. Sehenswert ist die Löwenfontäne vor dem Schloss nach Vorbild in der Villa Medici in Rom.


Die berlincitymum war hier schon als Kind regelmäßig mit den Eltern und Großeltern spazieren und damals konnte man hier im Park noch zutrauliche Rehe mit Eicheln von den umliegenden Eichelbäumen füttern - noch heute ist der Park zur Herbstzeit über und über mit Eicheln bedeckt - für die ein oder andere DIY-Mama und den ein oder anderen Bastel-Papa eine wahre Fundgrube.

Auf der Glienicker Brücke

In den letzten Apriltagen 1945 kam es während der Kämpfe zwischen Wehrmacht und der Roten Armee im Bereich der Berliner Vorstadt Potsdams zur Zerstörung der Glienicker Brücke. Entgegen anders lautenden Veröffentlichungen wurde sie weder durch die Wehrmacht noch durch die Rote Armee vorsätzlich gesprengt, obwohl an allen Pfeilern Sprengladungen angebracht worden waren. Der zur Sprengung vorgesehene Pionier hatte seinen Standort in einem der letzten Häuser der Potsdamer Seite. Eine beabsichtigte Sprengung hätte die Brücke völlig zerstört. Ein Angriff der Roten Armee von der Berliner Seite aus wurde erwartet. Inzwischen näherten sich jedoch Truppenteile der Roten Armee aus der Potsdamer Innenstadt, dem Neuen Garten und dem Park Babelsberg der Brücke. Die sowjetischen Panzer schossen auf die Brücke und trafen zwei Sprengladungen, die einen Teil der Brücke zerstörten, alle anderen Sprengkapseln blieben unversehrt.


Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entstand neben der unpassierbaren Brücke eine provisorische Holzkonstruktion. Das erste nach Kriegsende wieder betriebene Personenschiff, der Dampfer Potsdam, fuhr vom 20. Juni 1945 an vom Stößensee in Berlin-Spandau bis zur Glienicker Brücke. Er ersetzte die zerstörte S-Bahn-Verbindung zwischen Berlin und Potsdam. Die Berliner Konferenz, später unter dem Namen Potsdamer Konferenz bekannt, begann im Schloss Cecilienhof mit ersten Beratungen. Für die teilweise über Berlin kommenden alliierten Konferenzteilnehmer installierten sowjetische Pioniere anstelle der zerstörten Glienicker Brücke eine Pontonbrücke über die Havel.


Am 3. November 1947 begann der Wiederaufbau der Brücke. Der Bauleiter Hans Dehnert ließ die eingestürzte Stahlkonstruktion heben und diese in die erhaltenen Brückenteile in der ursprünglichen Form wieder einfügen. Die Ausbesserung der Tragwerkskonstruktion verringerte jedoch die Belastungsmöglichkeiten der Brücke. Deshalb wurden die vorher auskragenden Fußwegkonsolen nach innen verlegt, was zu einer Reduzierung der Fahrbahnbreite von 13 auf 11 Meter führte. Die Wiedereröffnung erfolgte am 19. Dezember 1949 unter Teilnahme hoher DDR-Funktionäre wie dem damaligen Verkehrsminister Hans Reingruber. Ein Kabinettsbeschluss der Landesregierung von Brandenburg bestimmte die Umbenennung des Bauwerks in Brücke der Einheit. Genau in der Mitte der Brücke wurde ein weißer Grenzstrich gezogen, der die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin markierte. Das hölzerne Provisorium verschwand 1950. Seit dieser Zeit besitzt die Brücke auch einen unterschiedlichen Farbanstrich. Der östliche (Berliner) Teil der Brücke ist etwas dunkler.


Ab 1952 wurde die Brücke für den privaten Autoverkehr gesperrt. West-Berliner und Westdeutsche konnten nur mit einer Sondergenehmigung hinüber gelangen. DDR-Bürger konnten bis 1961 weiterhin hinüber, wurden aber kontrolliert. Sowjetische Militärkontrollposten wurden für die Angehörigen der Militärverbindungsmission eingerichtet. Diese hatten ihre Hauptsitze in West-Berlin und ihre offiziellen Standorte in unmittelbarer Nähe der Potsdamer Seestraße (Frankreich und Großbritannien) sowie in Sacrow (USA). Von dort aus konnten sie – gemäß dem Potsdamer Abkommen – Kontrollfahrten zu Militäranlagen in der DDR machen.


Zwischen 1962 und 1986 wurden auf der Glienicker Brücke drei Mal hochrangige Agenten beider Militärlager gegeneinander ausgetauscht. Unter anderem wurden am 10. Februar 1962 die Spione Rudolf Iwanowitsch Abel und Francis Gary Powers ausgetauscht. Ab 1963 durften darüber hinaus Mitglieder der in West-Berlin residierenden Militärmissionen der ČSSR, Polens und Jugoslawiens (und teilweise deren Familienmitglieder) die Brücke mit entsprechenden Ausweispapieren passieren. 1973 wurde die Regelung auch auf Angestellte des seit Juni 1973 in West-Berlin ansässigen Generalkonsulats der UdSSR erweitert. (Quelle: wikipedia)

Das Glienicker Schloss

Das Schloss Glienicke ist neben der beindruckenden Brücke ein ganz besonders magischer Ort – umzäunt von großen Eichen und lichtdurchfluteten Höfen des Glienicker Schlossparkgelendes.

Ein Museum lädt außerdem zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Alle Informationen, Öffnungszeiten und Preise findet ihr hier:

http://www.schloss-glienicke.de


Erzählt uns doch gerne einmal hier in den Kommentaren, ob ihr schon einmal die Glienicker Brücke besucht habt - oder vllt. habt ihr tolle Ideen für Ausflüge in die Umgebung? Wir freuen uns über jeden einzelnen Kommentar!

Habt einen schönen Tag ihr Lieben...

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